Und genau diese Erwartung widerlegt das Werk. Denn das an der Wand hängende Rechteck ist keine Fläche: Es ist eine Hülle, und in ihrem Inneren geschieht etwas. Der vom elektrischen Transformator gespeiste Nickel-Chrom-Draht ist kein bloßes Leuchtzeichen, sondern ein Element mit doppelter Natur, das an den Stellen größter Glühintensität Licht erzeugt und überall Wärme abgibt, wodurch die Hülle von innen erwärmt wird. Die Wärme wird so zu einem vollwertigen Bestandteil des Werks, nicht als Nebeneffekt der elektrischen Vorrichtung, sondern als skulpturaler Bestandteil, der mit anderen Sinnen als dem Sehen wahrgenommen wird: durch den Tastsinn, die Temperatur und den Abstand, den man wählt.
Ein Gemälde lässt man nicht näher an sich heran und berührt es nicht. Hier hingegen erreicht einen die entscheidende Information erst, wenn man näherkommt, und sie erreicht die Haut noch vor dem Blick. Der durch das Format zum Ausdruck gebrachte frontale Charakter entspricht einem Strahlungsbereich, der in den Raum hineinragt, unsichtbar und nur vom Körper wahrnehmbar: Eine sechs Zentimeter dicke Materialschicht erzeugt vor sich eine wahrnehmbare Tiefe, die keine der drei Dimensionen erfasst. Der Behälter, der als Behälter fast nichts enthält, erweist sich thermisch als voll.
Darin liegen höchstwahrscheinlich die „Feuerzeichen“ des Titels begründet, die kein dekoratives Motiv, sondern einen Zustand beschreiben. Die Hülle bleibt verschlossen, ihr Inneres gibt sich dem Blick nicht preis, und was darin geschieht, offenbart sich nur durch die Spuren, die an die Oberfläche dringen. Auf diese Weise stellen die Behälter jener Jahre das Problem dar, das sich durch die gesamte spätere Forschung des Künstlers zieht: Das Werk hält seinen Inhalt in einem Zustand teilweiser Sichtbarkeit zurück und fordert den Betrachter auf, seinen Teil dazu beizutragen, damit es sich vervollständigt.
Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago