An der Spitze befindet sich eine Plattform aus Rentierhörnern. Die Verzweigungen reichen weit über die Breite des sie tragenden Baukörpers hinaus, und die Wand dahinter fängt ihren Schatten ein, wodurch dieser sich verdoppelt. Der orthogonalen, maßgenau konstruierten Form des Quaders steht eine gewachsene, unregelmäßige, nicht geplante Geometrie gegenüber. Das Geweih fungiert als eine zwischen Erde, Feuer und Himmel gespannte Antenne: Es empfängt und sendet und verbindet die drei Ebenen, die das Werk zusammenhält – den Boden, auf dem der Kasten ruht, die Glut, die er birgt, und den nach oben offenen Raum.
Aus dieser Gegenüberstellung entsteht die doppelte Natur des Kunstwerks. Es ist zugleich tierisch und industriell: Die Hörner sind ein organischer Überrest, eine Erinnerung an das Tier, an die Natur, an die Elemente; Blei, das festgenagelte Holz, das Widerstandskabel und der Transformator gehören zum Vokabular der Fabrik und der Anlage. Das eine mildert das andere nicht, und es gibt keine Synthese: Sie koexistieren im selben Objekt und machen es zu einer hybriden Gestalt, auf halbem Weg zwischen Totem und Gerät.
Der Punkt, an dem sich die beiden Naturen berühren, ist die Stromversorgung. Diese Skulptur lebt, solange sie angeschlossen ist. Ihre Wärme, ihr Licht, ihre Gefährlichkeit selbst hängen von einem Stecker ab, also von einer ganz bestimmten historischen Gegebenheit: dem überall verfügbaren Strom, einer Selbstverständlichkeit der Zivilisation. Es ist ein provisorisches Leben, das von den Zufälligkeiten der Gegenwart abhängt, und der Kontrast zu dem Geweih, das sie überragt – Erinnerung an eine Natur, die keiner Stromversorgung bedarf –, könnte nicht deutlicher sein. Das Rentier oben, das Stromnetz innen: Dazwischen eine Bleihülle, die schützt, wärmt und auf Distanz hält.
Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago