An jeder vertikalen Kante, oben und unten, ist ein Rad eingelassen: insgesamt acht an den acht Ecken des Hexaeders. Sie drehen sich um Achsen, sind aus einem Stück Aluminium gefertigt und perfekt gedreht; das Licht gleitet über die konzentrischen Ringe, die das Werkzeug hinterlassen hat, und lässt sie als den wertvollsten Teil des Objekts erscheinen, der wie ein Stein in seiner Fassung in den Ecken sitzt.
Genau hier vollzieht das Werk seinen Bruch. In der Geometrie ist der Scheitelpunkt das abstrakteste Element des Körpers: ein dimensionsloser Punkt, an dem sich drei Ebenen treffen und sonst nichts geschieht. Cavenago ersetzt ihn durch ein mechanisches Bauteil. Der Würfel wird nicht mehr durch acht ideale Punkte definiert, sondern durch acht gefertigte Objekte, und das immateriellste Element der Figur wird zum funktionalsten. Die Geometrie hört auf, eine Eigenschaft zu sein, und wird zu einer Montage von Teilen.
Der Kontrast zwischen den beiden Verarbeitungsweisen ist Teil der Aussage. Die Flächen bestehen aus Blech: groß, satiniert, vom Licht sanft bewegt, mit jener weichen Wölbung, die jede große Metalloberfläche aufweist und nicht verbirgt. Die Räder sind gedreht: streng, auf den Hundertstel genau. Das Leder ist ungenau, die Kontaktpunkte sind exakt. In Pascalis Werk lag die Ungenauigkeit in der angegebenen Maßeinheit; hier hat sie sich auf den Körper verlagert, während die Maßeinheit und das, was sie funktionsfähig macht, makellos geworden sind.
Die vier unteren Räder stehen auf dem Boden und heben das Volumen kaum vom Boden ab. Die vier oberen Räder dienen keinem Zweck, und gerade deshalb sagen sie das Wichtigste aus: Der Würfel hat weder eine Ober- noch eine Unterseite. Auf jede beliebige Seite gekippt, würde er sich genauso verhalten. Er hat keinen Sockel, keine Ausrichtung, keine richtige Position. Er ist ein Körper, der auf seinen eigenen Sockel verzichtet hat, indem er ihn achtmal in sich integriert hat.
Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago