Nachdem mit „Half Ton“ die extreme Ausnutzung des Ausstellungsraums erprobt wurde, wendet sich die Forschung nun dem gegenteiligen Problem zu. Es geht nicht mehr darum, Raum zu erobern, sondern dessen Grenzen zu erfassen. Wie stark kann sich eine Skulptur verkleinern, ohne aufzuhören zu existieren?
Die Antwort betrifft nicht den Maßstab, sondern die Dicke.
Mit den Maßen 147 × 10 × 155 cm konzentriert „Sottiletta“ die gesamte Forschung auf ein Missverhältnis. Die Oberfläche behält eine ausgedehnte Präsenz bei, während das Volumen auf ein Minimum komprimiert wird. Die Masse verschwindet nicht: Sie verliert lediglich ihre Sichtbarkeit. Die Skulptur nimmt weiterhin Raum ein, verzichtet dabei jedoch auf das Gewicht als Hauptwahrnehmungsmerkmal.
Das Werk oszilliert ständig zwischen Körper und Oberfläche. Aus einem Blickwinkel erscheint es als Volumen, aus einem anderen reduziert es sich fast auf eine Linie. Die dritte Dimension wird nicht beseitigt; sie wird an dem Punkt festgehalten, an dem sie zu verschwinden droht.
Auch der Titel trägt zu diesem Prozess der Entlastung bei. „Sottiletta“ ersetzt die Sprache der Monumentalität durch die des täglichen Konsums. Die Anspielung auf ein Industrieprodukt führt nicht nur ein einfaches ironisches Spiel ein, sondern überträgt ein Prinzip der Effizienz auf die Skulptur. Das Werk scheint darauf ausgelegt zu sein, so wenig Raum wie möglich einzunehmen, als ob das Problem der Lagerung, des Transports und der Handhabung zu einem integralen Bestandteil der Form würde.
In diesem Übergang hört die Skulptur auf, ein endgültiges Objekt zu sein, und nimmt den Status eines Elements an, das zur Verlagerung bereit ist. Es ist eine Veränderung, die die gesamte nachfolgende Forschung durchziehen wird. Die Räder, die in vielen Werken wiederkehren, stellen keine Transportmittel dar, sondern die Möglichkeit, dass jede Form ihren Ort wechseln kann. Die Bewegung bleibt eine latente Eigenschaft, ein potenzieller Zustand der Materie.
„Sottiletta“ schlägt keine kleinere oder leichtere Skulptur vor. Sie schlägt eine andere Vorstellung von Präsenz vor, die nicht durch die Anhäufung von Materie, sondern durch deren schrittweise Reduzierung erreicht wird.
Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago