„Gru“ ist ein Quader mit rechteckiger Grundfläche, ein geschlossenes Volumen, das nichts von der Maschine wiedergibt, deren Namen es trägt: kein Arm, kein Gegengewicht, keine sichtbare mechanische Bewegung. Es ist in erster Linie eine Hülle, im gleichen Sinne wie die „Contenitori“, die Cavenago einige Jahre zuvor geschaffen hatte: ein Körper, der sich nicht darauf beschränkt, den Raum durch die Hinzufügung von festem Material einzunehmen, wie es eine traditionelle Skulptur tun würde, sondern ihn umschließt, sich dessen bemächtigt, indem er ihn von der Umgebung isoliert und so einen inneren Hohlraum schafft, der durch Oberflächen aus verzinktem Blech, Aluminium und Edelstahl geschützt ist.
Das einzige Element, das bei genauerem Hinsehen eine andere Möglichkeit als die einer einfachen, unbeweglichen Masse verrät, sind die vier Räder am Sockel. Und es ist ein Detail, das den Status des Werks radikal verändert: „Gru“ ruht nicht auf einem Sockel, dem konventionellen Element par excellence der Skulptur, die dazu gedacht ist, unbeweglich zu bleiben, getrennt von der Ebene, auf der sich der Betrachter bewegt, und als einzigartiges und unantastbares Objekt geweiht zu sein. Im Gegenteil: Die Räder bringen das Volumen genau auf die gleiche Ebene wie den Boden des Raumes und teilen mit dem Publikum die gleiche – wenn auch nur potenzielle – Möglichkeit der Bewegung.
Der Titel, der die Funktion einer Hebevorrichtung verspricht, ohne dass die Form dies in irgendeiner Weise erkennen lässt, fordert den Betrachter somit auf, gedanklich zu vervollständigen, was das Werk nicht darstellen will: keinen statuenhaften Block zum Betrachten, sondern eine hypothetische Vorrichtung, die in der Lage ist, ihren eigenen Raum einzunehmen und ihn, wenn gewünscht, an einen anderen Ort zu bringen.
L.B., 2014
Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago