Auch diese dritte Fassung von „Gru“ präsentiert sich auf den ersten Blick als geschlossener Quader, ein Körper aus verzinktem Blech, Stahl und Aluminium, der formal keinerlei Anspielung auf die Hebemaschine enthält, deren Namen er trägt. Doch einmal mehr offenbart das Werk seine wahre Natur im Detail des Sockels – und zwar mit einer weiteren Wendung gegenüber den Vorgängerversionen.
Die Räder sind nämlich nicht nach der naheliegendsten Logik angeordnet, nämlich einem vollständigen und gleichmäßigen Kontakt mit dem Boden, der ein lineares und vorhersehbares Gleiten gewährleisten würde. Sie sind im Gegenteil so angeordnet, dass sie nicht richtig auf dem Boden aufliegen: Sie berühren den Boden nicht mit ihrer Lauffläche, sondern schräg, mit der Kante, als ob das Gewicht des gesamten Volumens auf einem Punkt statt auf einer Kontaktlinie lastete. Es ist ein winziges Detail im Gesamtkontext des Werks, das jedoch stillschweigend dessen funktionales Versprechen untergräbt: Ein Rad, das schräg aufliegt, anstatt zu rollen, ist streng genommen kein Rad mehr, sondern die formale Anspielung auf ein Rad, das seiner primären mechanischen Effizienz beraubt und genau an der Stelle instabil gemacht wurde, an der es maximale Bewegungsstabilität gewährleisten sollte.
Das Ergebnis ist ein Objekt, das eher in einem prekären Gleichgewicht steht als in sicherer Bewegung: ein Quader, der den Namen einer Hebevorrichtung trägt, aber im Grunde keineswegs einen reibungslosen Transport verspricht, sondern einen unsicheren, ruckartigen Gang, der von den Kanten bestimmt wird, die jeweils den Boden berühren. Wie bereits in „Fuori squadra“ ist auch hier das Rad nicht mehr das Gerät, das die perfekte Kontinuität der Bewegung auf einer horizontalen Ebene gewährleistet, sondern wird stattdessen zu dem Element, das schon durch seine Form die Unmöglichkeit einer fließenden Fortbewegung verdeutlicht: Gru kann sich vielleicht bewegen, aber nur schwankend, wobei er jeden Zentimeter des Bodens mit derselben Unsicherheit bewältigt wie jemand, der auf Zehenspitzen über eine ihm unbekannte Oberfläche geht.
LB., 2020