Umberto Cavenago

17. Stoppanis Maloggia

1880 bezeichnete ein Geologe den Malojapass als den Punkt, von dem aus das Eis ins Bergell hinabzusteigen begann.

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1880 veröffentlicht Antonio Stoppani, Geologe und Autor von Il Bel Paese, L'Era neozoica, den Band der Geologia d'Italia (Mailand, Vallardi), der den einstigen Gletschern gewidmet ist. Darin schildert er, wie das Eis die italienischen Alpen und die Ebene geformt hat: Moränen, Hügel, Seen, Felsblöcke.

Der Findling erscheint darin als gelöstes Rätsel. Generationenlang hatte niemand verstanden, wie ein Granit aus dem Veltlin «den Abgrund des Comersees überfliegen» und sich auf den Bergen des gegenüberliegenden Ufers niederlassen konnte. Die Antwort war das Eis, das Täler und Seen füllte und sich «wie eine Brücke» zwischen den Gipfeln und der Ebene spannte. Als sich der Gletscher zurückzog, «kehrte er zu den heimatlichen Gipfeln zurück» und liess die Felsblöcke liegen, wo sie waren. Stoppani nennt sie «alte Verbannte von den Gipfeln ihrer Herkunft».

Der Maloja erscheint darin unter dem damaligen italienischen Namen. Bei der Beschreibung des Einzugsgebiets der Adda nennt Stoppani das Bergell, «das sich bis zur Maloggia erstreckt, die es vom Oberengadin trennt». Weiter hinten rekonstruiert er auf der Karte des Oberengadins von J. M. Ziegler den Weg des Eises: «Beginnt man beim grossen Gletscher der Mera, so sieht man ihn vom Pass der Maloggia ausgehen und immer weiter durch das Bergell hinabsteigen, das ganz von alten Seiten- und Endmoränen gesäumt oder durchzogen ist». In Chiavenna vereinigte sich dieser Gletscher mit jenem des Splügen und stieg in den Comersee hinab. Einer seiner Arme führte durch das Val Menaggio und erreichte den Luganersee. 1875 erkennt Stoppani auf den Anhöhen um Lugano unter den Findlingen «den grünen Granit, der aus dem Engadin stammt und vom Gletscher der Mera bis dorthin getragen wurde».

Vom Pass zur Stadt, das Tal entlang: Das ist die Reise der Steine. Souvenir di montagna legt sie in umgekehrter Richtung zurück. Zuerst Lugano, dann der Maloja.

Quelle: Antonio Stoppani, Geologia d'Italia, Parte seconda: L'Era neozoica, Mailand, F. Vallardi, 1880, S. 40, 51–52, 77, 87.

Übersetzung: Archivio Umberto Cavenago
Gestochenes Frontispiz von 1880: Ein Gletscher steigt durch ein Alpental zu einem See mit Eisblöcken, Rentieren, Bären, einem Elefanten hinab.
Antonio Stoppani, Geologia d'Italia, Parte seconda: L'Era neozoica, Mailand, Francesco Vallardi, 1880, gestochenes Frontispiz.